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„Die Verheißungen, die Abraham vormals erhalten hatte und die sei-
nem Sohne bestätigt worden waren, bedeuteten für Isaak und Rebekka
das große Ziel ihrer Wünsche und Hoffnungen. Auch Jakob und Esau
kannten sie gut. Die Eltern sprachen mit ihnen darüber, dass das Erst-
geburtsrecht hohe Bedeutung habe, denn es umfasste ja nicht nur die
Erbschaft irdischen Reichtums, sondern auch geistlichen Vorrang. Wer
es erhielt, sollte der Priester der Familie sein, und aus der Reihe seiner
Nachfahren würde der Erlöser der Welt kommen. Andererseits ruhten
auf dem Träger des Erbrechts ganz bestimmte Verpflichtungen, denn
wer den Segen erbte, musste sein Leben in besonderer Weise dem
Dienste Gottes weihen. Wie einst Abraham musste er seinen Geboten
gehorchen. Bei der Eheschließung, in allen häuslichen Angelegenheiten
und im öffentlichen Leben musste er den Willen Gottes zu Rate ziehen.“
Patriarchen und Propheten, S. 154.
B. Wie bestätigte Gott diesen Bund mit Jakob? 1. Mose 28,11-15.
Vergleiche mit 1. Mose 28,1-4.
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„Durch Esaus Zorn mit dem Tode bedroht, verließ Jakob seines Vaters
Heim als Flüchtling; aber des Vaters Segen nahm er mit sich. Isaak hatte
ihm die Bundesverheißung wiederholt und ihm als deren Erbe aufgetra-
gen, sich eine Frau aus der Familie seiner Mutter in Mesopotamien zu
suchen. [...] Ermüdet von seiner Reise, streckte sich der Wanderer auf
dem Erdboden aus mit einem Stein als Kissen. Während er schlief, sah
er eine helle, strahlende Leiter, deren unteres Ende auf der Erde stand,
während die Spitze bis an den Himmel reichte. Auf dieser Leiter stiegen
Engel auf und nieder. Obenan aber war der Herr der Herrlichkeit, und vom
Himmel hörte man seine Stimme: „Ich bin der Herr, der Gott deines Va-
ters Abraham, und Isaaks Gott.“ Das Land, auf dem er als Flüchtling und
Verbannter ruhte, wurde ihm und seinen Nachkommen verheißen mit der
Versicherung: „Durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlech-
ter auf Erden gesegnet werden.“
(1. Mose 28,13-14).
Diese Verheißung hatte
Gott Abraham und Isaak gegeben, nun wiederholte er sie Jakob. Und mit
besonderer Rücksicht auf seine gegenwärtige Einsamkeit und Not gab er
ihmWorte des Trostes und der Ermutigungmit auf denWeg: „Siehe, ich bin
mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbrin-
gen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was
ich dir zugesagt habe.“
(1. Mose 28,15).
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Patriarchen und Propheten, S. 160-161.