Seite 103 - MHA

Basic HTML-Version

102
„Wenn diese heiligen Lektionen in einem Herzen aufgenommen
werden, wird das eine entschiedene Reformation verursachen. Viele
werden den Himmel verlieren, wenn sie ihre selbstsüchtige, lieblose
und unsympathische Art nicht ändern werden und lernen werden, dass
der Geist Christi nicht egoistisch, abweisend, unhöflich und lieblos ist.
... Bevor wir die Wege Christi nicht zu praktizieren anfangen und sein
Geist nicht empfangen haben, gehören wir nicht zu Ihm. Er möchte,
dass wir seine Liebe in Wort und Tat offenbaren. Alles, was wir tun, soll
aus einem tiefen, treuen Prinzip der Liebe getan werden, einem Prin-
zip nach dem Beispiel Christi, der Liebe, Licht und Friede ist. Aber wie
wenig, wie wenig offenbaren wir den Charakter Christi. Der Geist der
Selbstverleugnung wird zu einer Seltenheit. Doch noch ist die Liebe in
unseren Gemeinden. Es gibt noch solche, die Gott am meisten lieben
und seinen Nächsten wie sich selbst. Ihre Gebete und ihre Gaben sind
vor Gott wie ein Denkmal. Der Herr verliert sie nicht aus den Augen. Er
beobachtet solche, die in Licht genauso schnell wandeln, wie sie ihn
auch erhalten. Sie sind das Ziel Seiner besonderen Fürsorge.“
Review &
Herald, 3. April 1900.
B. Was verrät ein Mangel an Liebe über eine Person? 1. Johannes 4,8.
____________________________________________________
____________________________________________________
„Wer nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist
ein Totschläger; und ihr wisset, dass ein Totschläger nicht hat das ewi-
ge Leben in ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, dass er
sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die
Brüder lassen.“
(1. Johannes 3,14-16).
Nicht die Feindschaft der Welt bietet
die große Gefahr für die Gemeinde Christi, sondern das in den Herzen
der Gläubigen gehegte Böse fügt ihr den schwersten Schaden zu und
verzögert den Fortschritt des Werkes Gottes. Nichts schwächt das geist-
liche Leben so sehr, als wenn Neid, Misstrauen, Tadelsucht und Arg-
wohn gehegt werden. Andererseits sind Einmütigkeit und Eintracht unter
so verschieden veranlagten Menschen, wie sie in der Gemeinde Christi
zusammenkommen, der beste Beweis dafür, dass Gott seinen Sohn in
die Welt gesandt hat. Es ist eine Ehre für die Nachfolger Christi, dass
sie dieses Zeugnis ablegen dürfen. Um das aber tun zu können, müssen
sie sich selbst der Herrschaft Christi unterordnen. Ihr Charakter muss
seinem Charakter ähnlich werden, ihr Wille seinem Willen entsprechen.“
Das Wirken der Apostel, S. 548.